Ein Wechsel von Gas zu Fernwärme lohnt sich vor allem dann, wenn Ihr Gebäude in einem Gebiet liegt, das bereits an ein Fernwärmenetz angeschlossen ist oder in naher Zukunft angeschlossen wird. Wer eine alte Gasheizung ersetzen muss, spart sich mit Fernwärme die Anschaffung einer neuen Heizungsanlage und profitiert langfristig von einem wartungsarmen Betrieb. Die folgenden Fragen helfen Ihnen, die wichtigsten Aspekte des Umstiegs einzuschätzen.
Wie unterscheiden sich die laufenden Kosten von Gas und Fernwärme?
Die laufenden Kosten von Gas und Fernwärme sind schwer direkt zu vergleichen, weil beide Systeme unterschiedlich abgerechnet werden. Bei Gas zahlen Sie den Gaspreis plus Netzentgelte, Steuern und Abgaben. Bei Fernwärme setzt sich der Preis aus einem Arbeitspreis (pro verbrauchter Kilowattstunde) und einem Grundpreis oder Leistungspreis zusammen. Welches System günstiger ist, hängt stark von Ihrem Verbrauch, Ihrem Standort und dem jeweiligen Anbieter ab.
Fernwärme bietet gegenüber Gas einen wichtigen Vorteil: Sie müssen keine Heizungsanlage selbst betreiben. Wartung, Instandhaltung und Betriebskosten für Brenner, Pumpen oder Abgasanlage entfallen komplett. Das senkt die tatsächlichen Jahreskosten spürbar, auch wenn der reine Energiepreis auf den ersten Blick ähnlich hoch wirken kann.
Gaspreise unterliegen zudem stärkeren Schwankungen auf den internationalen Märkten. Fernwärmepreise sind zwar ebenfalls nicht fix, entwickeln sich aber oft stabiler, weil sie an lokale Erzeugungsquellen gebunden sind. Wer langfristig plant, schätzt diese Planungssicherheit.
Welche Investitionskosten entstehen beim Umstieg auf Fernwärme?
Beim Umstieg auf Fernwärme entstehen einmalige Investitionskosten, die sich grob in drei Bereiche aufteilen: den Hausanschluss, die Übergabestation im Gebäude und die Anpassung der Heizungsanlage. Insgesamt bewegen sich die Kosten je nach Gebäudezustand und Aufwand typischerweise zwischen einigen Hundert und mehreren Tausend Euro.
- Hausanschluss: Die Kosten für den Anschluss ans Fernwärmenetz trägt in vielen Fällen anteilig der Netzbetreiber. Was Sie selbst zahlen, hängt von der Länge der Zuleitung und den lokalen Konditionen ab.
- Übergabestation: Diese sogenannte Hausstation ersetzt Ihre bisherige Heizungsanlage. Sie wandelt die Fernwärme in nutzbare Heizenergie um und kostet je nach Modell und Einbauaufwand zwischen 1.500 und 4.000 Euro.
- Heizungsanlage: Wenn Heizkörper, Rohre oder Thermostate noch aus älteren Zeiten stammen, kann eine Anpassung sinnvoll sein. Das ist aber kein Muss und hängt vom Zustand Ihres Hauses ab.
Wichtig: Die alte Gasheizung, die ohnehin ersetzt werden müsste, entfällt beim Umstieg komplett. Das spart Ihnen die Anschaffungskosten für eine neue Anlage, die schnell 8.000 bis 15.000 Euro kosten kann.
Wann amortisiert sich der Wechsel zu Fernwärme?
Ob und wann sich der Wechsel zu Fernwärme rechnet, hängt vor allem davon ab, wie hoch Ihre Investitionskosten sind und wie viel Sie im Vergleich zu Gas einsparen. In vielen Fällen amortisiert sich der Umstieg innerhalb von fünf bis fünfzehn Jahren, besonders wenn die alte Gasheizung ohnehin am Ende ihrer Lebensdauer war.
Rechnen Sie konkret: Wenn Sie durch den Wegfall von Wartung, Schornsteinfegergebühren und Reparaturen jährlich mehrere Hundert Euro einsparen, summiert sich das über zehn Jahre auf einen erheblichen Betrag. Dazu kommt, dass Sie keine neue Heizungsanlage kaufen müssen. Diese eingesparten Kosten verkürzen die Amortisationszeit deutlich.
Für eine verlässliche Einschätzung lohnt sich eine individuelle Energieberatung, bei der Ihr konkreter Verbrauch, Ihr Gebäude und die lokalen Fernwärmekonditionen berücksichtigt werden.
Ist Fernwärme klimafreundlicher als eine Gasheizung?
Ja, Fernwärme ist in der Regel klimafreundlicher als eine Gasheizung, weil sie häufig aus erneuerbaren Energiequellen oder aus Kraft-Wärme-Kopplung erzeugt wird. Dabei entsteht weniger CO2 pro Kilowattstunde als bei der direkten Verbrennung von Erdgas im eigenen Kessel. Wie groß der Vorteil ist, hängt vom Energiemix des jeweiligen Fernwärmenetzes ab.
Netze, die auf Geothermie, Biomasse, Abwärme aus Industrieprozessen oder Großwärmepumpen setzen, haben besonders niedrige Emissionswerte. Viele Städte und Gemeinden arbeiten aktiv daran, ihre Fernwärmenetze bis 2045 vollständig auf erneuerbare Energien umzustellen. Wer heute auf Fernwärme umsteigt, profitiert also automatisch von dieser Entwicklung, ohne selbst etwas an seiner Anlage ändern zu müssen.
Eine Gasheizung dagegen verbrennt weiterhin fossilen Brennstoff, solange kein Wechsel auf klimaneutrales Gas stattfindet. Grüner Wasserstoff oder Biomethan sind zwar möglich, aber noch nicht flächendeckend verfügbar und oft teurer.
Für welche Gebäude und Lagen lohnt sich Fernwärme besonders?
Fernwärme lohnt sich besonders für Gebäude, die in verdichteten Gebieten mit bestehendem oder geplantem Fernwärmenetz liegen. Mehrfamilienhäuser, ältere Bestandsgebäude und Liegenschaften in Stadtkernen profitieren am stärksten, weil die Infrastrukturkosten auf viele Abnehmer verteilt werden.
Konkret eignet sich Fernwärme gut für:
- Mehrfamilienhäuser mit zentraler Heizungsanlage, die ersetzt werden muss
- Gebäude in Innenstadtlagen oder dicht besiedelten Wohngebieten
- Liegenschaften, bei denen der Platz für eine Wärmepumpe oder einen Pelletofen fehlt
- Eigentümer, die keinen Aufwand für Wartung und Betrieb einer eigenen Heizung wollen
Für frei stehende Einfamilienhäuser am Stadtrand oder in ländlichen Gebieten ist Fernwärme oft keine Option, weil kein Netz in der Nähe vorhanden ist. Hier sind Wärmepumpen oder andere Alternativen häufig die bessere Wahl. Prüfen Sie daher zuerst, ob Ihr Standort überhaupt anschlussfähig ist.
Wie läuft der Anschluss an das Fernwärmenetz praktisch ab?
Der Anschluss an das Fernwärmenetz läuft in mehreren Schritten ab: Anfrage beim Netzbetreiber, technische Prüfung, Vertragsabschluss, Hausanschluss und Installation der Übergabestation. Der gesamte Prozess dauert je nach Auslastung und Aufwand mehrere Wochen bis einige Monate.
- Anfrage und Verfügbarkeitsprüfung: Zuerst klären Sie, ob Ihr Gebäude im Versorgungsgebiet liegt. Das geht meist über die Website des Netzbetreibers oder einen direkten Kontakt zum Anbieter.
- Angebot und Beratung: Der Netzbetreiber erstellt ein individuelles Angebot mit Anschlusskosten, Leitungsführung und Vertragslaufzeit.
- Vertragsabschluss: Nach Ihrer Zustimmung wird ein Wärmeliefervertrag abgeschlossen. Achten Sie auf Laufzeiten, Preisanpassungsklauseln und Kündigungsfristen.
- Bauarbeiten: Das Fernwärmenetz wird bis zu Ihrem Gebäude geführt. Dafür sind kurze Erdarbeiten notwendig, die der Netzbetreiber koordiniert.
- Installation der Hausstation: Ein Fachbetrieb installiert die Übergabestation, schließt sie an Ihre Heizungsanlage an und nimmt alles in Betrieb.
Planen Sie den Umstieg rechtzeitig, damit die alte Gasheizung noch funktioniert, während die Arbeiten laufen. Ein Wechsel mitten in der Heizsaison ist zwar möglich, aber mit mehr Aufwand verbunden. Außerhalb der Wintersaison, also im Frühjahr oder Sommer, läuft der Umstieg in der Regel reibungsloser.
So unterstützt EnergieSüdwest Sie beim Umstieg auf Fernwärme
Wir bei EnergieSüdwest begleiten Sie beim Wechsel von Gas zu Fernwärme von der ersten Frage bis zur fertigen Installation. Als regionaler Energieversorger mit Sitz in Landau in der Pfalz kennen wir die lokale Infrastruktur und arbeiten aktiv daran, das Fernwärmenetz in der Region auszubauen und bis 2045 vollständig klimaneutral zu gestalten.
Das bieten wir Ihnen konkret:
- Persönliche Beratung zu Anschlussmöglichkeiten und Kosten in Ihrem Gebiet
- Individuelle Wirtschaftlichkeitsrechnung für Ihr Gebäude
- Koordination aller Schritte vom Hausanschluss bis zur Inbetriebnahme
- Transparente Vertragskonditionen ohne versteckte Kosten
- Langfristige Begleitung als Ihr regionaler Ansprechpartner
Sprechen Sie uns an: Auf unserer Seite für Privatkunden finden Sie alle Informationen zu unseren Versorgungslösungen. Oder nutzen Sie direkt unsere Energieberatung, um gemeinsam den besten Weg für Ihr Zuhause zu finden.