Wie viel Eigenverbrauch ist mit einem Speicher möglich?

Modernes Einfamilienhaus mit Solaranlage auf dem Dach in süddeutschem Vorort, warmes Nachmittagslicht.

Mit einem Batteriespeicher lässt sich der Eigenverbrauch von Solarstrom in der Regel auf 60 bis 80 Prozent steigern. Ohne Speicher nutzen die meisten Haushalte nur 25 bis 35 Prozent des selbst erzeugten Stroms direkt. Der genaue Wert hängt von der Speichergröße, dem Verbrauchsprofil und der Anlagengröße ab. Die folgenden Abschnitte beantworten die wichtigsten Fragen rund um Eigenverbrauch und Batteriespeicher.

Wie viel Eigenverbrauch ist ohne Speicher möglich?

Ohne Batteriespeicher liegt die Eigenverbrauchsquote bei den meisten Privathaushalten zwischen 25 und 35 Prozent. Das bedeutet: Zwei Drittel des selbst erzeugten Solarstroms fließen ungenutzt ins öffentliche Netz, weil Produktion und Verbrauch zeitlich auseinanderfallen.

Photovoltaikanlagen erzeugen den meisten Strom tagsüber, wenn die Sonne scheint. Wer tagsüber aber bei der Arbeit ist, kann diesen Strom nicht selbst nutzen. Der Kühlschrank, die Stand-by-Geräte und vielleicht die Waschmaschine verbrauchen zwar etwas, aber bei weitem nicht alles, was die Anlage produziert.

Wer seinen Verbrauch bewusst in die Mittagsstunden verschiebt, also Waschmaschine, Spülmaschine oder Trockner dann laufen lässt, wenn die Anlage auf Hochtouren läuft, kann die Quote etwas verbessern. Realistisch sind so 35 bis 40 Prozent. Für einen deutlich höheren Anteil braucht es jedoch einen Speicher.

Wie viel Eigenverbrauch ermöglicht ein Batteriespeicher?

Mit einem Batteriespeicher steigt die Eigenverbrauchsquote bei Photovoltaik typischerweise auf 60 bis 80 Prozent. Der Speicher puffert überschüssigen Solarstrom tagsüber und gibt ihn abends und nachts wieder ab, wenn die Anlage nichts mehr produziert.

Das Prinzip ist einfach: Tagsüber lädt die Batterie mit dem Strom, den der Haushalt gerade nicht braucht. Abends, wenn der Fernseher läuft, das Licht brennt und das Essen gekocht wird, liefert der Speicher genau diesen Strom zurück. So bleibt deutlich weniger Solarstrom ungenutzt.

Ob 60 oder 80 Prozent erreicht werden, hängt stark davon ab, wie gut Speichergröße und Verbrauch zusammenpassen. Ein zu kleiner Speicher ist schnell voll und kann nicht den gesamten Überschuss aufnehmen. Ein zu großer Speicher wird im Sommer nie vollständig entladen und bringt im Winter wenig, weil die Anlage ohnehin wenig produziert.

Welche Faktoren bestimmen die Eigenverbrauchsquote mit Speicher?

Die Eigenverbrauchsquote mit Batteriespeicher hängt von mehreren Faktoren ab: Anlagengröße, Speicherkapazität, Jahresverbrauch, Verbrauchsmuster und Standort. Kein Haushalt ist wie der andere, deshalb gibt es keine universelle Antwort.

Anlagengröße und Speicherkapazität im Verhältnis

Eine große Photovoltaikanlage produziert im Sommer viel mehr Strom, als ein kleiner Speicher aufnehmen kann. Dann fließt trotzdem ein Teil ins Netz. Umgekehrt bringt ein großer Speicher wenig, wenn die Anlage zu klein ist und den Speicher nie vollständig füllt. Das Verhältnis zwischen Anlagengröße und Speicherkapazität ist deshalb wichtig.

Verbrauchsmuster und Tagesstruktur

Wer abends viel Strom verbraucht, profitiert besonders vom Speicher. Wer tagsüber zu Hause ist und einen Großteil des Stroms direkt nutzt, braucht vielleicht einen kleineren Speicher als jemand, der das Haus tagsüber leer stehen lässt. Auch Warmwasserbereitung, Wärmepumpe oder Elektroauto beeinflussen die Quote erheblich.

Standort und Sonneneinstrahlung

In Süddeutschland, etwa in der Pfalz, ist die Sonneneinstrahlung im Jahresschnitt höher als in Norddeutschland. Das bedeutet mehr Ertrag und damit auch mehr Potenzial für hohen Eigenverbrauch. Im Winter sinkt die Produktion jedoch stark, sodass der Speicher in dieser Zeit weniger beiträgt.

Wie groß sollte ein Speicher für maximalen Eigenverbrauch sein?

Als grobe Faustregel gilt: 1 bis 1,5 kWh Speicherkapazität pro installiertem Kilowatt-Peak (kWp) Photovoltaikleistung. Für eine 8-kWp-Anlage wäre das also ein Speicher mit 8 bis 12 kWh Kapazität.

Wichtig ist dabei, nicht einfach den größtmöglichen Speicher zu kaufen. Ab einer bestimmten Größe steigt die Eigenverbrauchsquote kaum noch, während die Kosten weiter wachsen. Der Grenznutzen nimmt ab. Ein gut dimensionierter Speicher bringt deutlich mehr Eigenverbrauch als gar keiner, aber ein doppelt so großer Speicher bringt nicht doppelt so viel Eigenverbrauch.

Für die meisten Einfamilienhaushalte mit einem Jahresverbrauch von 4.000 bis 6.000 kWh und einer Anlage zwischen 6 und 10 kWp ist ein Speicher zwischen 8 und 15 kWh eine sinnvolle Größe. Wer ein Elektroauto hat oder eine Wärmepumpe betreibt, sollte eher zur oberen Grenze tendieren. Eine individuelle Energieberatung hilft dabei, die richtige Kapazität zu ermitteln.

Wann lohnt sich ein Batteriespeicher zur Eigenverbrauchserhöhung?

Ein Batteriespeicher lohnt sich finanziell, wenn die eingesparten Stromkosten über die Lebensdauer des Speichers die Investitionskosten übersteigen. Das ist heute für viele Haushalte der Fall, besonders wenn der Strompreis hoch ist und die Einspeisevergütung niedrig.

Konkret: Wer Strom zu 30 Cent pro Kilowattstunde kauft, aber nur 8 Cent pro Kilowattstunde Einspeisevergütung erhält, hat einen starken Anreiz, möglichst viel selbst zu verbrauchen. Jede Kilowattstunde, die der Speicher zwischenspeichert und später im Haus genutzt wird, spart 22 Cent im Vergleich zur Alternative, diese Kilowattstunde einzuspeisen und später neu zu kaufen.

Wer zusätzlich einen dynamischen Stromtarif nutzt, kann den Speicher noch gezielter einsetzen: In Zeiten günstiger Börsenstrompreise lädt er aus dem Netz, bei hohen Preisen entlädt er sich. Das erhöht die Wirtschaftlichkeit weiter.

Weniger sinnvoll ist ein Speicher, wenn die Anlage sehr klein ist, der Eigenverbrauch ohnehin schon hoch ist oder die Investitionskosten im Verhältnis zur erzielbaren Ersparnis zu hoch ausfallen. Hier lohnt sich ein genauer Blick auf die Zahlen.

Wie lässt sich der Eigenverbrauch zusätzlich zum Speicher steigern?

Neben dem Batteriespeicher gibt es weitere Maßnahmen, die den Eigenverbrauch von Solarstrom erhöhen: Lastverschiebung, Wärmepumpe, Elektromobilität und smartes Energiemanagement. Wer mehrere dieser Bausteine kombiniert, kann Eigenverbrauchsquoten von über 80 Prozent erreichen.

  • Lastverschiebung: Energieintensive Geräte wie Waschmaschine, Spülmaschine oder Trockner laufen lassen, wenn die Sonne scheint und der Speicher bereits voll ist.
  • Wärmepumpe: Eine Wärmepumpe verbraucht viel Strom, lässt sich aber gut mit Solarstrom kombinieren. Sie kann tagsüber Wärme erzeugen und im Pufferspeicher zwischenlagern.
  • Elektroauto: Wer sein Auto tagsüber zu Hause lädt, kann Solarstrom direkt in den Fahrzeugakku leiten. Das erhöht den Eigenverbrauch erheblich und nutzt den Speicher im Auto.
  • Energiemanagementsystem: Ein smartes System koordiniert alle Verbraucher und den Speicher automatisch, sodass möglichst viel Solarstrom im Haus bleibt.
  • Warmwasserbereitung: Ein elektrischer Warmwasserspeicher oder ein Heizstab im Warmwassertank kann überschüssigen Solarstrom in Wärme umwandeln.

Die Kombination aus Batteriespeicher und mindestens einer dieser Maßnahmen ist für viele Haushalte der realistischste Weg zu einem hohen Eigenverbrauchsanteil. Wer ein Komplettpaket aus Photovoltaik und Speicher plant, sollte diese Bausteine von Anfang an mitdenken.

So hilft EnergieSüdwest beim Thema Eigenverbrauch und Batteriespeicher

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