Zukunftsprojekt Wärmewende
Ergebnisse der Bedarfs- und Potenzialanalyse
- Nach der Potenzialanalyse reicht das Potenzial der Tiefengeothermie rechnerisch für die Wärmebedarfe der Gemarkung. Das ist eine Abschätzung, keine gesicherte Verfügbarkeit. Andere Potenziale wie Solarthermie, Biomasse und Abwasserwärme sind nicht in ausreichendem Maße verfügbar.
- Die Wärmeplanung geht von einer zentralen Wärmequelle aus Tiefengeothermie im Gewerbegebiet Messegelände-Südost (D12) aus. Errichtung und Betrieb liegen bei einem Dritten. Zeitpunkt und Umfang stehen unter Vorbehalt.
Startszenario
Herausforderungen beim Netzausbau:
Obwohl die Tiefengeothermie ausreichend Wärme liefert, muss ein neues Fernwärmenetz aufgebaut werden. Nach der Planung sind pro Jahr etwa 6 bis 8 km Leitungen umsetzbar, um den Verkehrsfluss nicht zu beeinträchtigen.
Zeitplan für den Ausbau:
- Bis 2045: Der Ausbau soll überwiegend die Kernstadt, Queichheim und Mörlheim betreffen. Für die Stadtdörfer ist zunächst eine dezentrale Versorgung vorgesehen.
- Nach 2045: Ein Anschluss der Stadtdörfer ist langfristige Option der Planung.
Wärmeversorgungsgebiete – Zielszenario
Stufenplan der Wärmeplanung. Die Farbflächen zeigen Planungsgebiete, keinen Anschlussanspruch.
- Bis 2030 (blau): Erschließung der Landauer Innenstadt und der bestehenden Fernwärmenetze.
- Bis 2035 (hellgrün): Erweiterung des Fernwärmenetzes in angrenzende Gebiete mit hoher Wärmedichte.
- Bis 2040 (orange): Weitere Erschließung im Rahmen des Netzausbaus.
- Bis 2045 (hellrot): Abschluss des Netzausbaus in Gebieten mit geringerer Wärmedichte.
Entwicklung des Zielszenarios
Zentrale vs. Dezentrale Wärmeerzeugung:
- Dezentrale Wärmeerzeugung: Heizsysteme im oder am Gebäude, die das Gebäude selbst versorgen, wie Heizkessel oder Wärmepumpen.
- Zentrale Wärmeversorgung: Wärmeerzeugung in Verbindung mit der Wärmeverteilung über ein Wärmenetz.
Rechtsverbindlichkeit der Planung:
Die Festlegung der Versorgungsgebiete im kommunalen Wärmeplan bedeutet nicht zwingend, dass diese Versorgungsvariante vollständig umgesetzt wird oder dass Gebäudebesitzer sie nutzen müssen. Der Plan bietet jedoch Klarheit über zukünftige Wärmeversorgungsmöglichkeiten, was es Hauseigentümern ermöglicht, ihre Investitionen besser zu planen.
Alternative dezentrale Wärmeversorgung
Alternativszenario:
Ohne Nutzung der Tiefengeothermie wäre nur eine dezentrale Wärmeversorgung möglich. Dies würde bedeuten, dass die Verantwortung für die Wärmegewinnung auf die privaten Haushalte übergeht.
Konsequenzen der dezentralen Versorgung:
- Endenergiebedarf: Der Bedarf wäre zwar geringer, würde aber deutlich mehr Treibhausgasemissionen verursachen.
- Ressourcen: Höhere Bedarfe an Strom und Biomasse, die überregional bezogen werden müssten.
Vergleichende Gegenüberstellung der Szenarien und Ausblick
Ergebnisse:
Im Szenarienvergleich der Wärmeplanung schneidet die zentrale Versorgung aus Tiefengeothermie bei Treibhausgasemissionen und Ressourceneinsatz günstiger ab als die dezentrale Variante.
Nächste Schritte:
Der Entwurf des Wärmeplans wurde mit Umsetzungsmaßnahmen hinterlegt und nach der Sommerpause 2024 den Gremien vorgestellt.
Stand: Verfahren zum Wärmeplan de Stadt Landau
Eine öffentliche Offenlage war im Oktober 2024, gefolgt von einer Beschlussfassung bis Ende 2024.
Bestehende Fernwärmenetze
In Landau existieren bereits mehrere Fernwärmenetze. Das Neubaugebiet in Queichheim wurde mit Fernwärmeleitungen erschlossen. In dem sogenannten Inselnetz (lila) werden in den Jahren 2024 und 2025 zusammen mit städtischen Maßnahmen Fernwärmeleitungen verlegt. Das Inselnetz wird an das Bestandsnetz angeschlossen.
Geplante Fernwärmenetze:
In Anlehnung an die kommunale Wärmeplanung wird in einer separaten Machbarkeitsstudie die Versorgung des ersten Ausbaugebietes (blau markiert) der kommunalen Wärmeplanung untersucht. Die Studie rechnet mit rund fünf Jahren Erschließungszeit, abhängig von der Anschlussquote. Für das erste Ausbaugebiet ist Geowärme vorgesehen. Errichtung und Betrieb der Quelle liegen bei einem Dritten. Zeitpunkt und Umfang stehen unter Vorbehalt der Machbarkeitsstudie.
Im Zuge der Machbarkeitsstudie wird das Anschlussinteresse der potenziellen Gebäudeeigentümer abgefragt, welche entlang der möglichen Trassen der ersten Ausbaustufe liegen.
Das Anschlussinteresse wird für eine genaue Wirtschaftlichkeitsbetrachtung benötigt, da der Preis bei einer hohen Anschlussquote fällt. Ob in einer Straße Fernwärme verlegt wird, hängt von Anschlussquote und Wirtschaftlichkeit ab. Eine Zusage für eine bestimmte Straße ist damit nicht verbunden.
Für die erste Ausbaustufe haben wir exemplarisch einen Preiskorridor errechnet. Der Korridor ist eine Modellrechnung, keine Preiszusage.